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Polysun Photovoltaik Software – Designer

Arbeitspferd für Praktiker

Die Simulationssoftware Polysun stammt von der Vela Solaris AG, einer Firmenausgründung des Instituts für Solartechnik an der Schweizer Hochschule für Technik in Rapperswil (SPF). Inzwischen verbirgt sich hinter dem Namen Polysun eine ganze Produktfamilie – sie reicht von einer (mitunter von Firmen kostenlos angebotenen) Online-Version über ein Professional-Paket für Anlagenplaner bis hin zum Designer-Paket. Letzteres erlaubt die Simulation von unbegrenzt vielen Generatorfeldern und den Import von Wetterdaten – Funktionen, die in den anderen Versionen eingeschränkt sind. Das PHOTON-Labor hat die Maxi-Version getestet.

Das Simulationsergebnis wich in unserem Test im Mittel 4,8 Prozent von den tatsächlichen Erträgen ab – ein guter Wert. Der Gegentest beim Hersteller ergab sogar eine mittlere Abweichung von nur 3,2 Prozent. Im Mittel lag die Abweichung der Prognose von den realen Erträgen bei 4 Prozent.

Sowohl im PHOTON-Labor als auch beim Hersteller ermittelte das Programm stets etwas zu niedrige Erträge: bei zwei der drei Referenzanlagen etwa vier Prozent zu wenig, bei der dritten beinahe zehn Prozent. Wirtschaftlichkeitsberechnungen auf Basis der Polysun-Prognose dürften daher einen kleinen Sicherheitspuffer enthalten.

Polysun ist für Installateure, Energieberater und den Vertrieb konzipiert. Für diese Zielgruppen ist das Programm durch seine unkomplizierte Programmstruktur auch gut geeignet. So verwaltete es Projektdaten in übersichtlicher Manier, was eine umfangreiche Dokumentation einzelner Kundenanlagen erlaubt. Der Anwender kann in wenigen Minuten eine Anlage auslegen, Kenntnisse zu den Hintergründen der Simulation sind nicht nötig. Die Einstellungsmöglichkeiten sind etwas eingeschränkter als bei den eher wissenschaftlich ausgerichteten Programmen. Parameter wie zum Beispiel die Albedo lassen sich nicht gezielt beeinflussen. Grundlegende Parameter wie Kabelverluste, Degradation oder die Art der Hinterlüftung lassen sich jedoch einstellen.

Bei der Modellierung der Anlage hilft ein Assistent. Er führt den Nutzer Schritt für Schritt durch die Eingabe der wichtigsten Projekt- und Anlageneigenschaften. Am Ende steht ein funktionsfähiges Anlagendesign, das dann verfeinert werden kann. Hierbei hilft, dass die Software unterschiedliche Varianten einer Anlage unterstützt und einen direkten Vergleich der Resultate ermöglicht.

Polysun kann neben starr ausgerichteten Anlagen auch ein- und zweiachsig nachgeführte Modulfelder simulieren. Die Modellierung von Inselsystemen beherrscht Polysun nicht. Auch Lastprofile, die zur Berechnung der Menge selbst verbrauchten Stroms notwendig sind, ließen sich in der vom PHOTON-Labor getesteten Version nicht einlesen. Beim Hersteller war man jedoch dazu in der Lage, mit Lastprofildaten, die wir zur Verfügung gestellt hatten, die Höhe des Eigenverbrauchs zu bestimmen. Allerdings nutzte Vela Solaris dazu eine Programmversion, die noch nicht erschienen ist.

Das Programm ist in der Lage, die Auswirkungen einer Horizontverschattung zu simulieren. Dazu können externe Horizontdateien (von »Suneye« oder andere ».hor«-Daten ) eingebunden werden. Die Nahverschattung durch Dachgauben, Schornsteine oder sich selbst verschattende Module werden nicht berücksichtigt.

Die Datenbanken umfassen eine Vielzahl von Modulen und Wechselrichtern, die nach Bedarf noch eigenständig erweitert werden können. Ein eingebauter Datengenerator liefert für beliebige Standorte weltweit Wetterdatensätze. Das Programm beinhaltet eine einfache Wirtschaftlichkeitsrechnung, die grundlegende Anschaffungskosten, fixe und prozentuale Unterhaltskosten sowie diverse Subventionsarten berücksichtigt. Kreditvarianten, steuerliche Aspekte sowie regional unterschiedliche Förderbedingungen werden jedoch nicht unterstützt.

Die Simulationsergebnisse werden in übersichtlichen und detaillierten Reports visualisiert. Alle Ergebnisse sind grafisch darstellbar und lassen sich für umfangreichere Dokumentationen als Bilddatei exportieren oder ausdrucken. Die Ergebnisse werden zudem in einem Bericht zusammengefasst und können von Vertriebsmitarbeitern direkt für Angebote genutzt werden. Dazu lassen sich Firmenlogos und Kontaktdaten in die Dokumente einbinden.

Polysun ist für Praktiker schon beinahe ideal: Es verbindet gute Simulationsergebnisse mit einfacher Handhabung, umfangreichen Bauteiledatenbanken und Funktionen zur Projektverwaltung. Auf der Wunschliste steht die Verschattungsanalyse von Hindernissen in Anlagennähe, die Berücksichtigung von Lastprofilen und eine grafische Auslegung anhand von Aufmaßen. afi, cpo



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